Arbeitskreis
Geographische Wohnungsmarktforschung in der DGfG

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Ziele, Aufgaben und Organisation des Arbeitskreises 

Der Arbeitskreis Geographische Wohnungsmarktforschung wurde im Herbst 1991 auf einem ersten Treffen in Heidelberg auf Initiative von Frau Prof. Ulrike Sailer gegründet. Zu diesem Zeitpunkt gab es trotz zahlreicher Forschungsaktivitäten weder einen institutionellen Rahmen noch ein funktionierendes Netzwerk in diesem Themenbereich im deutschsprachigen Raum. Gleichzeitig stieg das Interesse an der Wohnungsmarktforschung auch in der Geographie. Zu den zentralen Themen gehörten damals neben Prozessen der Wohnstandortverteilung, Segregation und Wohnmobilität, auch die "neue Wohnungsnot" sozial Schwächerer und allgemeine Veränderungen auf den Wohnungsteilmärkten (Gentrification, suburbane Standorte, ländliche Wohnformen). Die große Anzahl von geographischen Untersuchungen im Bereich der Wohnungsmarktforschung führte folgerichtig zur Gründung eines eigenen Arbeitskreises in der DGfG.

Ziel des AK war und ist es bis heute, ein Netzwerk zum informellen Austausch im Bereich der Wohnungsmarktforschung in der Geographie und ihren Nachbardisziplinen zu schaffen und so gemeinsam den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt voran zu treiben. Darüber hinaus ist es ein explizites Ziel des AK, den akademischen Nachwuchs in die Diskussionen mit einzubeziehen und so junge Generationen von Wohnungsmarktforschern zu fördern.

Der Arbeitskreis Geographische Wohnungsmarktforschung versteht sich als Forum zur Diskussion aktueller Prozesse und Herausforderungen der Wohnungsmarktentwicklung sowie methodischer Zugänge und theoretischer Konzepte der Wohnungsmarktforschung. Konkret beschäftigt sich die geographische Wohnungsmarktforschung mit den Fragen (nach Odermatt/Van Wezemael [Hrsg.] 2002: Geographische Wohnungsmarktforschung):

  • wie Gesellschaften als soziale Systeme über den Teilaspekt des Wohnens ihre Verankerung in Raum und Zeit organisieren,
  • wie in einer Gesellschaft Wohnungen produziert und verteilt werden,
  • wie diese Wohnungen innerhalb einer bestimmten und bestimmenden Ordnung konsumptiv genutzt werden und
  • welchen Einfluss Rahmenbedingungen, wie z. B. politische Traditionen, auf die Gestaltung des länderspezifischen Wohnungsmarktes haben.

Der Arbeitskreis führt regelmäßig Tagungen (meist jährlich, teils im Rahmen von Fachsitzungen anlässlich des Deutschen Geographentages) durch, bei denen neben der Behandlung von Schwerpunktthemen auch Raum gegeben wird für aktuelle Berichte aus Forschung und Praxis. So wurden in den letzten Jahren einerseits thematisch eingegrenzte Veranstaltungen durchgeführt u.a. zur Gentrification (2010 in Dresden), den Auswirkungen von Global Playern der Finanz- und Immobilienwelt (2007 in Bayreuth), zu Wohnungsmärkten in Grenzräumen (2004 in Zittau) und zum Einfluss des demographischen Wandels auf den Wohnungsmarkt (2009 in Dresden und 2005 in Trier). Andererseits gab es Treffen, auf denen eine große Bandbreite aktueller Entwicklungen auf den Wohnungsmärkten in regionaler Perspektive vorgestellt wurden wie z.B. 2008 in Bonn, 2006 in Wittenberg, 2003 in Köln, 2002 in Zürich oder 2001 in Bremen. Im Rahmen der Treffen des Arbeitskreises wurde zudem vor Ort meist eine Exkursion durchgeführt, die aufgrund der Leitung durch lokale Experten tiefe Einblicke in aktuelle Wohnungsmarktprozesse der jeweiligen Region ermöglichte.

Der AK hat keine festen Mitglieder – er konstituiert sich jeweils themenspezifisch aus Teilnehmern aus der Wissenschaft und der Praxis der Wohnungsmarktforschung. So zählen zu den wechselnden Akteuren neben Mitarbeitern universitärer und anderer Forschungsinstitute auch Beschäftigte aus der unternehmerischen Wohnungswirtschaft und den öffentlichen Verwaltungen. Wissenschaftler, die kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum im Arbeitskreis aktiv sind, bilden das „KomptenzNetzwerk“ des Arbeitskreises. Dieses dient Interessierten, geeignete Ansprechpartner zu ausgewählten Themen der geographischen Wohnungsmarktforschung zu finden. Im Dezember 2010 wurden Dr. Jan Glatter (Dresden) und Dr. Susanne Knabe (Halle/Saale) als neue Sprecher des Arbeitskreises gewählt.

Susanne Knabe und Jan Glatter - Februar 2011